Folge 30: China und die deutsche Wirtschaft

Shownotes

Ist China für die deutsche Wirtschaft Chance oder Risiko? Oder beides zugleich?
Diese Frage beantworten wir in der neuen Folge unseres Video-Podcasts „Stimme der Wirtschaft“. Zu Gast ist ein absoluter China-Experte: Rudolf Scharping, Bundesminister der Verteidigung a. D. und ehem. Bundesvorsitzender der SPD.
Im Gespräch mit unserer Präsidentin Dr. Nicole Grünewald und Moderator Konstantin Klostermann berichtet Scharping u. a., dass rund 5.000 deutsche Unternehmen in China aktiv sind. Gleichzeitig setzt das Land bei Technologie, Künstlicher Intelligenz und industrieller Entwicklung ein enormes Tempo vor. Für die deutsche Wirtschaft ist China deshalb vieles zugleich: wichtiger Handelspartner, bedeutender Absatzmarkt und herausfordernder Wettbewerber.
Wie können Unternehmen die Chancen des chinesischen Marktes nutzen? Wie lassen sich faire Wettbewerbsbedingungen schaffen und kritische Abhängigkeiten reduzieren? Und was muss Deutschland tun, um international wieder wettbewerbsfähiger zu werden?

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00:00:03: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Stimme der Wirtschaft im Videopodcast der IHK Köln.

00:00:09: Und in dieser Folge geht es um China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt.

00:00:15: China ein Land das ja in dem technischer Fortschritt wirklich mit sehr viel vehemens vorangetrieben wird.

00:00:22: China einen Land dass sich mittendrin befindet im Wettrennen mit den USA um die Vorherrschaft in Sachen künstliche Intelligenz außereuropäisch Handelspartner Nummer eins ist für unsere Unternehmen und allein deshalb schon ein Grund darüber heute zu sprechen.

00:00:43: Vielleicht am Ende der Folge dann die Frage beantworten können, ist China denn für die deutsche Wirtschaft eher eine Chance oder vielleicht doch eher ein Risiko?

00:00:52: Und wir haben einen Gast.

00:00:53: Einen echten Experten heute hier im Studio.

00:00:55: Wir freuen uns sehr, dass er da ist.

00:00:57: Rudolf Scharping ist nämlich da.

00:00:59: Da sagt ihr jetzt vielleicht den kenn ich doch als Bundesvorsitzenden der SPD.

00:01:03: Der war doch Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Bundesverteidigungsminister.

00:01:07: Ja, war alles.

00:01:08: aber nach seiner politischen Karriere hatte seinen Interesse zum Beruf gemacht und berät jetzt mit seinem eigenen Unternehmen, dem RSBK-Unternehmen, die in China sich engagieren wollen.

00:01:20: Und wir sind sehr froh dass Rudolf Scharping da ist.

00:01:22: Herzlich willkommen!

00:01:23: Hallo guten Tag.

00:01:23: ja vielen Dank.

00:01:24: Ja

00:01:25: schön, dass du da bist.

00:01:26: Und Nico Grünewald ist natürlich auch da, die Präsidentin der IRK Köln.

00:01:29: Nicole Schön, dass Du darfst.

00:01:30: Hallo Manfred Dien, hallo Rudolf, schön.

00:01:32: Rudolf nehmen uns doch mal mit auf den Weg, fragen sich vielleicht viele unserer Zuschauerinnen und Zuschauer wie wird man denn?

00:01:39: Als Spitzenpolitiker mit pfälzischen Wurzeln irgendwann zum echten China-Experten.

00:01:44: Mit westerwälder Wurzel, aber das jetzt mal gar nicht.

00:01:50: Ich hatte mich mit China schon beschäftigt in meinen politischen Zeiten und die Beziehung oder die Kontakte bestehen seit über vierzig Jahren.

00:01:58: Und nach dem Ende meiner politischen Tätigkeiten habe ich dann gesagt, was kann man machen?

00:02:05: Dann hat sich sehr schnell herauskristallisiert.

00:02:07: Nutzen stiftet man dort wo man Kenntnisse einbringen kann und die war eine Falle.

00:02:11: China entstanden und vorhanden und ja dann hat sich das so nach und nach entwickelt.

00:02:18: War es schon oft in China, auch als einer der ganz wenigen während der Corona-Pandemie?

00:02:24: Wie war das damals dort?

00:02:26: Zunächst einmal wäre ich mit China beschäftigt.

00:02:28: Vor allen Dingen wer dort irgendwie wirtschaftlich tätig sein will.

00:02:32: Das sollte unbedingt und regelmäßig dort sein.

00:02:35: Das ist mir in den letzten gut zwanzig Jahren gelungen.

00:02:39: Ich weiß gar nicht mehr ob ich hundertfünfzig oder hundertsiebzigmal in China war jedenfalls sehr oft Und auch während der Corona-Pandemie zweimal im Jahr, das war ein bisschen lästig wegen der Quarantäne.

00:02:50: Na ja, spöttlich könnte man sagen ich bin mindestens Europameister in Quarantine vor dem Hintergrund.

00:02:57: Nein also regelmäßiger Kontakt ständig auf dem Laufenden bleiben Kenntnisse immer wieder auffrischen Beziehung pflegen und so weiter.

00:03:04: Das gehört einfach dazu.

00:03:06: Wie erlebst du China jetzt heute?

00:03:08: In diesen Zeiten und generell

00:03:11: Ja, in diesen Zeiten würde ich sagen ist die Stimmung der Bevölkerung und dem was sich so wahrnehmen kann aus privaten Gesprächen ja zurückhaltend zögerlich eher ein bisschen vorsichtig jedenfalls deutlich vorsichtiger als früher.

00:03:33: wenn man es politisch betrachtet ist das land Ein bisschen, sagen wir mal so was die Bandbreite von Meinungen und Möglichkeiten angeht.

00:03:40: Es ist ein bisschen geschrumpft ums Mal sozusagen lange Rede kurzer Sinn.

00:03:46: Die chinesen müssen sich wenn man das ernsthaft betrachtet mit Herausforderung auseinandersetzen die gewaltig sind aber den deutschen eigentlich verbraut sein müssten.

00:03:54: eine davon ist demografie.

00:03:56: Bevölkerung altert sehr schnell Und die chinesens müssen darauf eine antwort finden.

00:04:01: andererseits Von uns aus betrachtet wir haben es mit einem Land zu tun, dass seine Fähigkeit zur Innovation langfristiger Industrie- und Innovationspolitik unter Beweis gestellt hat.

00:04:15: Das fordert uns heraus aber ich bin da unverändert optimistisch als Deutscher wie als Europäer.

00:04:20: Ist das denn was du gerade angesprochen hast der Faktor Nummer eins für den wirtschaftlichen Erfolg in den letzten Jahren oder welche Gründe siehst du?

00:04:29: Naja, also wir hatten China ja lange verstanden als großen Absatzmarkt mit enorm guten Margen und manche haben sich darauf ausgeruht.

00:04:40: Das ist immer ein Fehler und vor diesem Hintergrund hat sich das Land eben gewandelt.

00:04:45: es geht nicht mehr um billige und Kapazität und möglichst große Mengen sondern es geht um Innovation, um Qualität.

00:04:52: Und wie verheirate ich deutsches Qualitätsdenken mit chinesischem Geschwindigkeitsdenken und Risikoporwusstsein?

00:04:58: Nicole, du bist mit vielen Unternehmen natürlich im Gespräch und oft geht es in diesen Gesprächen natürlich auch um-und über China.

00:05:05: Was sind da so die Topthemen?

00:05:07: Was nimmst Du wahr?

00:05:08: Also genau das was Olaf gerade gesagt hat.

00:05:11: Es war ja mal unsere Werkbank und da haben viele Unternehmen angefangen mit China Geschäfte zu machen Und jetzt auf einmal überwohlen die uns und das ist natürlich für unsere Unternehmen eine echte Herausforderung.

00:05:24: Das merken wir auch in unserem Ausschuss Internationales, es ist China eines der absoluten Top-Themen weil unser Unternehmen natürlich jetzt schauen was passiert da gerade eigentlich?

00:05:35: Das Verhältnis hat sich schon gewandelt, weil auf einmal sind die jetzt gerade auch auf die Automobilindustrie vorne mit dabei und fertigen nicht nur unsere Autos sondern liegen da ordentlich was vor.

00:05:48: Und zwar in einer Qualität wo man denkt wow das hätten wir vor sechs, sieben, acht Jahren noch gar nicht gedacht.

00:05:54: Ob das ja absehbar war, ne?

00:05:56: Die chinesischen Industriepolitiken und die langfristigen Pläne, die sind eigentlich kein großes Geheimnis, die werden alle fünf Jahre Vorgelegt, Sie werden ständig aktualisiert.

00:06:06: Jeder kennt sie oder nicht?

00:06:07: Aber sagen wir so!

00:06:08: Wir haben in Deutschland ja auch ganz viele Pläne.

00:06:09: Die Frage ist dann halt immer nur setzt man die auch um?

00:06:12: und da mussten unsere Unternehmen feststellen in China wird das tatsächlich umgesetzt.

00:06:16: Und die ökonomische Macht ist natürlich riesig.

00:06:19: Es ist ein riesengroßes Land, wie gesagt unser größter außereuropäischer Absatzpartner, unser großer Markt Und für unsere Unternehmen hat China deshalb eine enorm hohe Relevanz.

00:06:32: Wir merken schon, die Faszination ist da, dass man denkt wow warum kriegen wir eigentlich Dinge hin, die wir hier nicht hinkriegen?

00:06:39: Fünftliche Züge!

00:06:41: Wenn sie sich was vornehmen dann passiert das.

00:06:43: Es ist auch schon glaube ich manchmal so ein bisschen Hochachschung dabei.

00:06:47: Das Verhältnis dreht sich gerade um.

00:06:51: natürlich haben unsere Unternehmen mittlerweile auch Sorge.

00:06:54: Also man exportiert nicht nur und man lässt nicht nur fertigen, sondern auf einmal kommen da Produkte die sind extrem gut.

00:07:01: Und die machen den eigenen Produkten auch Konkurrenz.

00:07:04: Wie gesagt dieses Tempo ist halt das wo unsere Unternehmen sagen wow!

00:07:07: Wir müssen damit halten Und natürlich müssen wir auch schauen, dass wir uns da nicht komplett abhängig machen.

00:07:12: Ich sage nur erneuerbare... Wir hatten früher hier eine sehr gute Solarindustrie in Deutschland.

00:07:18: Die ist jetzt fast komplett in China gelandet.

00:07:20: Auch die Komponenten für die Windräder, Komponenten für IT kommt alles zum großen Teil aus China und ja muss man sich als deutsches Unternehmen auffragen wie mache ich das denn wenn man sich immer nicht so gut verträgt?

00:07:34: Also das ist ein zwiegespaltenes Gefühl aber es ist auch viel Horachstuhl dabei, was ich da gemacht

00:07:40: habe.

00:07:40: Ich würde gerne noch etwas ergänzen.

00:07:41: also im Sinne von die chinesen Denken integrierten Wertschöpfungsketten.

00:07:46: wir denken in Arbeitsteilungen.

00:07:49: Die Chinesen sorgen dafür dass in einem großen Unternehmen oder im Verbund großer Unternehmen technologische innovatorische andere Wertschöffungsketten miteinander verknüpft bleiben wer wir denken Arbeitsteilung und verschiedenen Prozessstufen und Schritten.

00:08:06: Das bedeutet, dass wenn man beispielsweise jetzt nicht die Automobilindustrie sondern Batterietechnologien betrachtet.

00:08:14: Dass chinesische Unternehmen gewissermaßen von der Miene und den Minentechnologieren bis hin zu den Verarbeitungstrafinerie Technologien usw.

00:08:23: komplett engagiert sind.

00:08:24: also ein Unternehmen wie zb CATL Und das nehme ich als Beispiel weil man das auch in der optischen Industrie, in der Maschinenbauindustrie und in der Pharma-Zeuschenindustrie eigentlich in allen Industrien zeigen kann.

00:08:39: Und das ist eine Herausforderung weil Salopp gesagt wir haben es mal für besonders klug gehalten die sogenannte Deutschland AG aufzugeben und damit wenn man so will eine industriepolitische oder wirtschaftspolitische Koordination Während die Chinesen gesagt haben, wir machen das wie die Deutschen und wir machen es nur schneller und besser.

00:09:02: Und auf dem Weg sind sie sehr weit vorangekommen.

00:09:04: also wir müssen uns an die eigene Nase packen.

00:09:06: soweit's um dieses Thema geht.

00:09:08: Das heißt uns fehlt der gesamtheitliche Blick in vielen Dingen.

00:09:12: Ja, es geht also auch wieder etwas salopp gesagt.

00:09:16: Wenn beispielsweise Rohstoffe – ob das jetzt seltene Erden sind oder Energie-Rohstoffe oder andere – wenn das in deutschen Industrieunternehmen zum Teil noch als Aufgabe der Designkaufs und der Beschaffung betrachtet wird, dann ist das eben eine, was Kropke sagt, strategische Fehleinschätzung.

00:09:36: Und wenn sich das fortsetzt in die integrierten Ketten dann kann man das sehr genau sehen und die, ja ich würde mal sagen wenn wir uns da an der eigene Nase packen und ein bisschen besser nicht ein bisschen kundlegend besser und schneller werden.

00:09:54: Dann kann man es sehen.

00:09:56: also Beispiel Ich investiere in Startups die mit KI und Technik zu tun haben Und wenn ich mir das angucke dass Innovations Ökosystem in Deutschland und Europa ist hervorragend Solange es um Grundlagenforschung und die ersten Schritte in die Selbstständigkeit, in das Start-up usw.

00:10:17: geht... Die Hürde entsteht in dem Moment wo eine Idee mehr als die Relevanz im Labor oder in der kleinen Serie beanspruchen will und beansprungen muss wenn's also um das sogenannte Scale Up geht Und da müssen wir risikofreudiger werden auch ideenreicher und müssen Wachstum besser und schneller finanzieren, insbesondere wenn es um neue Ideen und Überlegungen geht.

00:10:43: Ja

00:10:44: das spiegeln uns unsere Startups alle übereinstimmend, dass sie dann auch oft ins Ausland gehen.

00:10:50: also viele gehen dann nach Amerika weil da halt viel mehr Geld zur Verfügung steht und dadurch verlieren wir hier tatsächlich auch innovative Firmen.

00:10:56: also da muss Deutschland definitiv besser werden.

00:10:59: Ja

00:10:59: und das ist wie so ein Mosaik, also wenn ich aus dem Mosaique was rausbreche dann stimmt das ganze Bild nicht mehr.

00:11:06: und deswegen tut mir das manchmal in der Seele weh wenn ich sehe dass Leute sagen ja Ich stehe jetzt vor der Schwelle ich muss jetzt irgendwelche zehn zwölf, fünfzehn, fünftig Millionen Ein sammeln und ich finde sie halt in Deutschland und in Europa nicht.

00:11:24: Es gibt andere Beispiele, wenn man an das französische Mistral denkt und die große Investitionen, die ASML dort gemacht hat.

00:11:33: Da sieht man auch digitale Souveränität.

00:11:35: Das wird eine große Rolle spielen und da sind die Europäer jetzt und die Deutschen mit ihnen ein bisschen sensibler und entschlossener geworden.

00:11:43: Das finde ich gut.

00:11:44: aber wir müssen unser gesamtes Innovationsökosystem deutlich stärken, indem wir die Wachstumschancen, die dort liegen schneller und entschlossen erheben.

00:11:56: Ja, eine Zustimmung.

00:11:57: Klares Statement von Rudolf Scharping!

00:11:59: Wir sprechen in dieser Folge über China in vielen Themenpunkten, werden nachher auch nochmal über politische Einflüsse sprechen aber wir wollen natürlich auch über die Handelsbeziehung mit China sprechen für deutsche Unternehmen.

00:12:12: Rudolf, deswegen die Frage an dich wie viele deutsche Unternehmen sind denn in China aktuell Aktiv und wächst die Zahl eher oder schrumpft sie?

00:12:20: Die Zahl ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen.

00:12:24: Sie wächst auch noch weiter, es sind über sechstausend Unternehmen aus Deutschland in China tätig.

00:12:30: ich rechnie jetzt mal Anwaltskanzleien und andere da gar nicht dazu obwohl ja auch wichtig sind.

00:12:35: aber vor diesem Hintergrund füge ich an man kann natürlich schon muss auf den Handel schauen auch auf die Defizite die wir da mittlerweile anhäufen.

00:12:46: Aber wir sollten auch auf die Investitionen schauen, die deutschen Unternehmen haben in China insgesamt weit über hundertdreisig Milliarden Euro investiert.

00:12:58: Da ist was chinesische Investitiones in Europa und Deutschland angeht noch sehr viel Luft nach oben.

00:13:04: Und dann kommen andere Beziehungen zu auf der Wissenschafts-Ebene, auf der Innovationsebene usw.

00:13:12: Das Thema deutlich vielfältiger als es der Blick auf ausschließlich Handelszahlen erschließen kann.

00:13:20: Wie siehst du das, Nicole?

00:13:22: Ja ich sehe das auch so!

00:13:23: Also gerade im Moment ist nur ein kritischer Zeitpunkt weil wir wissen dass der Standort Deutschland für viele Unternehmen halt nicht mehr wettbewerbsfähig ist.

00:13:30: also das heißt man kann hier produzieren Energiekosten sind zu hohe Arbeitskosten, sind zu hoch.

00:13:35: Das hat man ja schon in vielen Podcasts das Thema und das heißt unsere Unternehmen orientieren sich um wo sie produzieren können aber auch wo sie investieren können.

00:13:44: Und wenn wir gerade schon die Zahlen gehört.

00:13:46: also hier in Deutschland wird so gut wie nichts mehr investiert.

00:13:48: Wenn man die Investitionszeilen von China sieht dann sieht man wo unser Geld bleibt.

00:13:53: Also viele investieren halt im europäischen Ausland.

00:13:56: Aber China ist natürlich sehr interessant Auch gerade weil man da eben so viel gemacht einsam hinkriegen kann.

00:14:03: Es ist für uns, als ihr könnt natürlich ein bisschen zwiespältig.

00:14:07: Wir finden es gut, dass unsere Unternehmen wachsen.

00:14:09: Aber wir hätten's natürlich lieber wenn sie hier am Standort Deutschland wachsen würden.

00:14:12: aber im Moment geht das halt im Ausland und es geht halt auch in China.

00:14:16: also wir sagen wir müssen wieder stander werden bei Forschung und Entwicklung.

00:14:19: Wir müssen hier auch in Deutschland wieder produktiver werden.

00:14:22: Wir sind nach wie vor gut bei sehr komplexen Produkten und Produktionsverfahren.

00:14:26: Wir haben immer noch sehr viele Weltmarktführer die sich so auf einen bestimmtes Teil in so einem Prozess fokussieren Und die sind hier auch am Stande der Deutschland nach wie vor noch gut unterwegs.

00:14:36: Aber ansonsten sehen wir ja, dass China uns gerade den Rang abläuft und das muss man ernst nehmen.

00:14:41: Da muss man sich auch als Deutschland fragen was machen wir da eigentlich falsch?

00:14:43: oder was macht China da eigentlich richtig?

00:14:45: Und den Blick weiten.

00:14:46: also ich finde es völlig richtig was du sagst im Zusammenhang mit der Frage Wie gehen Unternehmen mit Geschwindigkeit um und wo orientieren sie sich und wo investieren Sie am Ende des Tages?

00:14:59: Das ist aber, wenn ich Asien betrachte eigentlich ziemlich normal.

00:15:03: Wenn da ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung ist und ein drittel der Bevölkerung... dann gehen eben Investitionen auch in diese riesigen Märkte, die Absatz und gleichzeitig eben auch Innovationschancen usw.

00:15:17: wie schwierig

00:15:17: wird es wenn's halt nur noch in die Märkte.

00:15:20: richtig das ist richtig aber da wird ja.

00:15:22: also ich denke mal dass sind wir an Deutschland mittlerweile auf einem besseren Weg als meinetwegen vor zwei oder drei Jahren.

00:15:28: da kann man immer noch was besser machen.

00:15:30: okay aber was ich meinte is Die Konkurrenz findet ja nicht gewissermaßen auf den jeweiligen Märkten statt in China oder in Asien und Europa.

00:15:41: Sie findet auch statt auf sogenannten dritten Märkten, also Afrika, Lateinamerika usw.. Und da geht es um Zugang zu Rohstoffen von dort aus bis hin zum fertigen Produkt.

00:15:55: und der deutsche Maschinenbauer, der Automobilbauer.

00:15:58: Der Elektrotechniker oder andere Unternehmen die merken dass sie auch auf der Welt insgesamt immer wieder chinesischen Unternehmen als Konkurrent- und Wettbewerber begegnet.

00:16:10: So jetzt kann ich mir die Frage stellen Bauen wir gewissermaßen die Zugangswege und die Eingangstore in solche Märkte konsequent.

00:16:20: Und da würde ich dann auch sagen, ist Europa mit seinem Gateway-Programm eigentlich auf dem richtigen Weg eine Umsetzung?

00:16:28: Das könnte besser werden oder muss auch dringend besser werden weil... Da haben wir, wenn man so will einen kulturellen Vorteil.

00:16:40: Der hat mit Sprache zu tun, der hat mit alten langjährigen Verbindungen zu tun und vieles andere mehr.

00:16:47: also Da liegen sehr große Chancen und ich versuche seit Jahren in Deutschland, in Europa klarzumachen.

00:16:53: Konzentration beispielsweise auf Afrika und Südamerika wäre ganz gut.

00:16:58: Und wenn sich der Europäer dann leistet um den Freihandelsabkommen im Bergkultur zu verhandeln, ist das eben ein bisschen zu lang, um es mal freundlich auszudrücken!

00:17:12: Es ist eigentlich unverantwortlich.

00:17:14: Tempo-Geschwindigkeit... Aber

00:17:16: es ist jetzt geschafft, ne?

00:17:17: Ja, immerhin.

00:17:19: Total

00:17:19: toll!

00:17:19: Mit Indien sind wir auch auf einer Ziehgrade.

00:17:22: Richtig und mit... Wir werden besser.

00:17:24: Wir haben's verstanden, könnte man sagen.

00:17:26: Die Europäische

00:17:27: Union... Wie heißt das so schön?

00:17:29: Konkurrenzbelebtes Geschäft.

00:17:30: Genau.

00:17:31: Jetzt haben wir viel darüber gesprochen was in China gut funktioniert.

00:17:34: aber es gibt ja sicherlich auch Schwächen, auch Dinge die nicht so gut funktionieren.

00:17:38: welche sind das?

00:17:42: Die Leute, die so draufgucken mit einem ganz normalen Instrumenten-Krassenis an.

00:17:46: Das ist ein kommunisches Land.

00:17:48: Da kann man große Fragezeichen machen.

00:17:50: Eigentlich ist das ein sehr gut organisierter oder orchestrierter Kapitalismus und mit bestimmten Herausforderungen.

00:18:03: Ich nenne mal eine, ich habe Demokratie genannt.

00:18:05: dahinter steckt er dann immer auch Die Frage, wie funktioniert das eigentlich mit Familie?

00:18:10: Mit Sozialsystemen und dergleichen mehr.

00:18:13: Und wenn man sich das mal anguckt dann heißt es eben eine chinesische Familie weiß ganz genau sie muss wegen der hohen Kosten die vom Kindergarten bis zur Universität anfallen mal so irgendwo in der Größenordnung zwischen hundertzwanzig hundertdreißigtausend Euro einplanen pro Kind bis das Mal an die Universität kommt und so Das ist, da muss man also sparen.

00:18:38: Dasselbe gilt für die Rente, die nicht so besonders üppig ist ganz im Gegenteil und es gilt auch für die Krankenversicherung, die naja wenn's gut geht mal vierzig-fünfzig Prozent in der Regel aber auch das nicht abdeckt was an Kosten entsteht.

00:18:53: langer Rede kurzer Sinn Sparquote ist unglaublich hoch weil der Sozialstaat in China nicht so funktioniert wie er funktionieren sollte.

00:19:01: Wenn ich jetzt das im Spiegel betrachte, würde ich sagen, liebe Leute hier in Deutschland.

00:19:05: Wir können uns lange darüber unterhalten ob der Sozialstaat zielgenau ist, ob er zu bürokratisch ist oder deswegen zu hohe Kosten verursacht.

00:19:14: aber die soziale Marktwirtschaft als Prinzip ist natürlich einer wie auch immer dirigierten Wirtschaft eigentlich überlegen.

00:19:27: bei uns ist die Sparkote so Oszilliert so bei elf Prozent, sagen wir mal.

00:19:32: Während sie in China eben bei vierzig Prozent ist und das macht auf der Seite Konsum, Nachfrage, Binnenkonjunktur, Sicherung von Arbeitsplätzen

00:19:42: usw.,

00:19:43: in China große Probleme.

00:19:44: die Jugendarbeitslosigkeit in China ist nach deren Kriterien?

00:19:50: Bei plus fünfzehn Prozent nach unseren Kriterie wäre es noch ein Stück höher.

00:19:55: Krass!

00:19:56: Also auch China hat Probleme Trotzdem natürlich

00:20:00: Herausforderung.

00:20:02: Wir nennen es Herausforderungen, so wie wir auch.

00:20:05: Es gibt aber viele Unternehmen die trotzdem in den Markt hinein wollen und du berätst mit deinem Unternehmen andere Unternehmen und hilfst beim Markteintritt in den chinesischen Handelsmarkt?

00:20:17: Was sind denn so die wichtigsten drei Punkte?

00:20:20: wenn man das mal runterbrechen müsste auf drei Punkte für ein Unternehmen was sagt ich möchte?

00:20:25: Kenne den Markt und seine regulatorischen Bedingungen, also beispielsweise das Geschäftsführerhaftung auch der sogenannte legal representative.

00:20:33: Also der Deutsche, der für die rechtlichen Seiten des Unternehmens in China mitverantwortlich ist, dass das sehr harte Regeln sind was Beschächung-Beschäftigkeit, die Kriterien dafür angeht, was überhaupt Gesetzes treue Compliance angeht usw.

00:20:53: Deine Wettbewerber, guckt ja genau an mit wem du es zu tun hast.

00:20:57: im Zweifel muss man sich eben auch mal Steuerbilanzen oder Eigentümer Strukturen und anderes angucken um genau zu wissen.

00:21:06: Mit wem man es zutun hat entweder als Partner oder als Konkurrent.

00:21:11: Sorgt dafür, dass du gute Netzwerke hast.

00:21:13: Schaff dir Freunde!

00:21:14: Also das ist eigentlich alles nicht so.

00:21:18: Zum Beispiel ja und vor diesem Hintergrund muss man dann eben etwas mitbringen nämlich Neugier, Offenheit, kulturellen Respekt und die Fähigkeit sich auf etwas einzulassen was zunächst erstmal sehr fremd aussieht aber eben doch auch erschließbar ist

00:21:40: Nicole, wie unterstützt ihr Unternehmen die Geschäfte mit China macht?

00:21:46: Also uns ist das natürlich wichtig.

00:21:48: Was Rudolf gerade auch schon gesagt hat unsere Unternehmen dürfen halt nicht unvorbereitet auf den chinesischen Markt gehen weil es ist ein anderer Markt als hier in Deutschland und in der EU und man sollte ihn besser kennen.

00:21:58: und wir haben da ein eigenes Team tatsächlich was sich auf China auch fokussiert hat Und wir machen Beratung, Infos.

00:22:08: Wir beraten zu Visa zur Zoll-Dokumenten.

00:22:10: Wir haben auch natürlich aus der IHK-Familie ein ARAK-Netzwerk mit mehreren Standorten in China die dann vor Ort Ansprechpartner sind.

00:22:19: Wir machen sehr viele China Veranstaltungen hier und wir beraten natürlich auch zu Import & Export Vorschriften.

00:22:27: also wir haben ja auch Netzwerke von Unternehmen die sich da schon seit sehr langer Zeit auf dem Markt tummeln können dann auch anderen Unternehmen wichtige Tipps aus der Praxis geben.

00:22:37: Aber wie Rudolf schon sagt, also besser den Markt kennen, besser vorbereitet sein und ja nicht naiv nach Schienal gehen das kann klappen muss aber nicht.

00:22:47: Ja und den Spülken zu den Netzwerken denke ich kenne einige, ich weiß gar nicht ob Köln dazu gehört, aber die sich auf dem Gebiet zum Beispiel berufende Bildung entsprechend engagieren und die zum Beispiel entweder bei der Fachkräfterausbildung in China helfen oder junge Chinesen herholen und sie zur Fachkräfte in Deutschland machen.

00:23:09: In Berufen, die zunächst mal naja also ob das jetzt der Landmaschinen-Techniker ist oder der Koch und zwar nicht nur im chinesischen Restaurant oder Pflegekräfte da gibt es ja vielfältigste Initiativen und ich denke dass ist ganz wichtig weil über das wirtschaftliche hinaus oder über das direkt unternehmerische hinaus auch etwas fördert, was mit Zwischenmenschen in Verständnis, mit Respekt, mit kultureller Neugier- oder Aufgeschossenheit zu tun hat und auf diese Weise etwas fördert, was Wirtschaft alleine ja gar nicht leisten kann.

00:23:46: Nämlich Verständniss-, Respekt- und im Grunde genommen Grundlagen für gemeinsame friedliche Entwicklung zu schaffen.

00:23:56: Nicole du hast es mit ein paar Unternehmen dich Ich weiß noch gar nicht so lange her, glaube ich.

00:24:00: Mit dem chinesischen Generalkonsul hier in Köln getroffen.

00:24:05: kannst du uns sagen was da eure Gesprächsthemen waren, woüber gesprochen haben?

00:24:09: Also China hat vier Generalkonzulate in Deutschland und eins davon in NRW und das zeigt auch wie wichtig der Standort NRW für China ist.

00:24:18: wir sind halt wirtschaftlich interessant Und das ist immer ein sehr, sehr interessanter Austausch muss man sagen.

00:24:24: Also wir haben jetzt seit mehreren Jahren auch Generalkonsule im Moment her Junyu und davor Shangodu die auch sehr ehrlich mit uns sprechen.

00:24:32: also früher war das immer auf so einen Spieging Terms und jetzt kommt man wirklich in ziemlich guten Austauschen und das ist auch manchmal etwas erschreckend.

00:24:43: Weil also beide Generalkonsulte haben uns schon gespiegelt, dass die Chinesen sehr lange große Bewunderer von Deutschland waren.

00:24:49: Also sie fanden unsere Ingenieurkunst toll und auch unsere Pünktlichkeit und die ganzen Werte, die wir hier ja über Jahrzehnte gelebt haben.

00:24:58: Und jetzt sagen die aber auch, dass sie uns in Teilen überhaupt nicht mehr verstehen.

00:25:02: Also die fragen dann was macht ihr denn da eigentlich gerade mit eurem Energiesystem?

00:25:07: Und es gibt ja immer viele, die sagen Mensch wir sollen genauso an die Erneuerbaren investieren wie China das tut.

00:25:12: Das stimmt!

00:25:14: Aber China ist halt ein bisschen schlauer als wir, die investieren halt nicht nur in Erneuermahre sondern gleichzeitig in Kohle, in Gas und in Kernkraft.

00:25:23: Ja also das heißt die haben den großen Energie-Mix der natürlich dann auch dazu führt der wesentlich günstiger ist und die fragen uns halt, warum macht ihr das denn eigentlich?

00:25:32: Ihr wart doch lange immer so führend.

00:25:34: Und jetzt steigt ihr da aus einem Grundlastwagen-Energien gleichzeitig aus!

00:25:38: Wir würden das gerne verstehen weil wir verstehen euch dann nicht

00:25:41: mehr.".

00:25:41: Und man muss auch sagen, die Schneesen, es hat Rudolf ja eben auch schon gesagt, die beobachten Deutschland schon sehr genau.

00:25:47: also die schauen... was hier funktioniert und das übernehmen die.

00:25:50: Und sie schauen aber auch, was hier nicht funktioniert – und das Übernehmen die eben nicht!

00:25:54: Das ist ein großer Teil des Erfolges.

00:25:56: Dass man sich an anderen Ländern orientiert, dass man Vorbilder nimmt, dass es das Beste rausnimmt und das einfach bei sich macht.

00:26:03: Da ist natürlich ein bisschen traurig, dass Deutschland da jetzt zumindest in einigen Dingen nicht mehr als Vorbild geht.

00:26:11: Unternehmen hier aus Köln waren jetzt auch mit einer Delegationsreise, mit unserer Wirtschaftsministerin in China.

00:26:19: Und die haben halt auch gesagt, wir haben so lange eure Automobilindustrie bewundert.

00:26:23: Aber jetzt sind wir eigentlich schon weiter.

00:26:26: also bei uns geht es hier schon um den nächsten Schritt.

00:26:28: da geht's nicht mehr darum hat ist ein Auto elektrisch oder verbrenner sondern wie kann man das dem Fahrer so angenehm machen dass er sich vielleicht überhaupt nicht mehr ums fahren kümmern muss?

00:26:37: Also wir diskutieren noch über den Antrieb und die Chinesen diskutieren schon über der nächsten Schritt Und da kann man nur sagen, da müssten wir aber mal gucken.

00:26:46: Dass wir da dabei bleiben und dass wir den Anschluss nicht vergehen.

00:26:48: Da kann man auch erkennen das kulturelles Verständnis ganz hilfreich ist denn kopieren ist eine Ehre für denen der kopiert wird.

00:26:59: Der Schüler

00:27:00: ärzt den Meister durch kopieren.

00:27:02: Das ist übrigens den Deutschen nicht ganz fremd weil Made in Germany Dadurch entstanden das die Briten, die deutschen Maschinen kopieren wenigstens sauber gekennzeichnet für sie wollten.

00:27:13: Wenn Sie schon kopieren, dann sonst wenigstends sauber kennzeichnen.

00:27:17: wie auch immer es ist richtig dass was Nicole sagt aber es kommt noch etwas hinzu nämlich im Moment in China so also in den offiziellen Ebenen können ja manchmal vor Kraft nicht laufen Und ich sage, da ist immer auch ein bisschen ausgestelltes in Schaufenster gestelltes Selbstbewusstsein dabei.

00:27:45: Das ist normal aber man sollte es wissen denn wie gesagt China ist ein hochkomplexes Land mit vielen Widersprüchen und manch einer Herausforderung über die chinesische offizielle natürlich nicht reden

00:27:59: Aber es ist schon, ich fand das schon faszinierend.

00:28:03: Doch als jetzt Kanzler Merz in China war und dann lassen die da eben mal so eine Roboterarmee tanzen und wieder an die Deutschen stehen und denken ja, was ist denn dahinter unter dem Rücken passiert?

00:28:13: Also die schaffen das schon ganz gut im Moment uns zu beeindrucken.

00:28:17: Das muss man ihnen mal lassen!

00:28:18: Es ist auch ne Stärke.

00:28:21: Ich schau mal auf die Uhr wir haben knapp halbe Stunde schon rum aber...

00:28:28: Es ist vollkommen

00:28:28: egal, weil es ist sowas für alles andere als langweilig.

00:28:31: Deswegen überziehen wir heute sehr gerne und auch tüchtig, würde

00:28:35: ich sagen!

00:28:35: Wir wollen über China sprechen – ich habe es gesagt in ganz vielen Themengebieten – und natürlich müssen wir auch über die Politik sprechen.

00:28:45: Generell sieht man im Moment auf der ganzen Welt, dass Politik immer mehr Einfluss hat auf den globalen Handel.

00:28:51: Das sehen wir im negativen Punkt jetzt natürlich im Mokainekrieg und im Irankrieg.

00:28:57: Wir sehen diese amerikanische Zollpolitik die uns auch seit Monaten beschäftigt.

00:29:03: Chinaskünstliche Verknappung von seltenen Erden Rudolf hat es eben schon mal ein bisschen angerissen oder auch die Einflussename auf die Verfügbarkeit von Chips sind auf jeden Fall Beispiele dafür.

00:29:14: Wir wollen von dem Experten, von Rudolf Scharping gerne hören.

00:29:19: Welche Rolle hat denn China auf der politischen Bühne in deinen Augen?

00:29:24: Und wie bewertest du auch das Verhältnis zwischen China und Russland?

00:29:27: sind zwei Themen, zwei Fragen aber wir freuen uns auf deine Antwort.

00:29:31: Ja, China versucht auf der Welt seine Interessen zu wahren und wo immer möglich durchzusetzen.

00:29:38: Das macht jede Großmacht!

00:29:40: Und das sollten wir in Europa auch als zunächst mal selbstverständlichen Ausgangspunkte oder einen selbstverständischen Ausgangspunkt von Politik betrachten.

00:29:50: Bei uns kommt hinzu, dass auf der Grundlage eines Wertegerüstes tun und dass wir für unverzichtbar halten mit guten Gründen.

00:30:02: Da ist dann auch wieder ein nicht nur Kultureller Unterschied zu anderen.

00:30:08: Aber die Frage war ja, wie ist das denn im Zusammenhang mit wirtschaftlichem Tun und geopolitischen oder weltweiten auch weltwirtschaftlichen Risiken?

00:30:20: Was ich sehe ist eine Nationalisierung der Wirtschaftspolitik und den Versuch sie gewissermaßen als Mittel auch von nationaler Sicherheit zu betrachten.

00:30:35: Das stellt alles auf den Kopf, was wir in den letzten Jahrzehnten so aufgebaut haben und wird für die Unternehmen bedeuten dass sie ihre Lieferketten ihr Risikoforsorge das alles sehr sorgfältig überprüfen und neu justieren müssen.

00:30:50: Das ist ja auch im vollen Gange und vor diesem Hintergrund kommt ich zu dem Ergebnis Regelbasierte Ordnung.

00:30:59: Ich spreche bewusst nicht von einer liberalen, die regelbasierteordnung auf der Welt nicht mehr so vorhanden ist und vermutlich auch lange Zeit nicht mehrso vorhandensein wird.

00:31:12: Wir müssen uns also jetzt als Deutschland und Europa das kann man in diesem Zusammenhang schon gar nicht trennen um Partner bemühen mit denen wir auf eine entsprechend gemeinsam verstanden Grundlage auch wirtschaften können.

00:31:28: Dazu gehören viel praktisch alle Teilnehmerikanischen Staaten.

00:31:32: Dazu gehört Australien, dazu gehört Neuseeland und dazu gehören auch alle anderen die sich an stabilen Regeln orientieren.

00:31:39: in diesem Fall wird auch China dazugehören.

00:31:44: Und ich sage nur jetzt mit Blick auf die Unternehmen Beobachtet das ganz genau ihr tut das und zieht die Konsequenzen, richtet euch darauf ein dass wir von Technologie, von Innovationen, Verfügbarkeit von Rohstoffen Zugang zu Märkten usw.

00:32:04: am Ende auf der Welt möglicherweise Machtplöcke haben die das Produkt im Bereich A nicht in Machtplot B zu vertreiben erlauben.

00:32:16: also hat das Konsequenten für Rohstoffbeschaffung, Lieferketten, Produktionen, Produktgestaltung, Märkte und so weiter.

00:32:25: Lange Rede kurzer Sinn es wird viel politischer.

00:32:28: das finde ich als Politiker als ehemaliger Politiker überhaupt nicht gut.

00:32:32: Es ist aber so und dann muss man sich eben darauf einrichten und versuchen den Prozess wieder umzukehren.

00:32:38: Das erfordert sehr viel Kraft wahrscheinlich auch sehr viel Zeit.

00:32:42: Und wie bewertest du das Verhältnis China Russland?

00:32:48: Ich weiß.

00:32:49: Und die Chinesen richten sich darauf ein, dass Russland für sie etwas ist, das Sie als ganz angenehm empfinden auch mit Blick auf Ihre historischen Erfahrungen nämlich einen Rohstoff-Lieferant aber kein globaler Konkurrent mehr.

00:33:06: Krass!

00:33:06: Ja ich meine, das Thema macht uns halt aus Sorge.

00:33:13: Wenn wir unsere wirtschaftliche Stärke verlieren, und wir sind ja in der Stagnation jetzt seit sechs, sieben Jahren.

00:33:19: Irgendwann sitzen wir halt nicht mehr mit am Tisch.

00:33:21: Und wie Rudolf schon richtig sagte man als Deutschland sind wir eh zu klein aber als Europa haben wir noch Macht.

00:33:30: Aber die muss man natürlich auch... Ja, also die darf man nicht verlieren.

00:33:34: Die muss man pflegen und ausbauen und da gehört ein starkes Deutschland in einem starken Europa auf jeden Fall dazu und deshalb muss da jetzt schnell was passieren dass unsere Unternehmen wieder ans investieren auch im Land kommen und das wir da weiter wirtschaftlich stark sind weil wenn man wirtschaftliche nicht an uns vorbei kommt dann sind wir mit am Tisch.

00:33:55: Wenn wir das mal nicht mehr sind, sitzen da halt demnächst nur noch andere.

00:33:59: Und wir merken ja jetzt schon, dass wir immer seitener eingeladen werden auch als EU und da müssen wir gemeinsam was dran tun.

00:34:06: Das ist gerade ein kritischer Zeitpunkt finde ich.

00:34:09: Ich finde um es mal ganz aktuell zu sagen, dass Sie die Beschlüsse der Bundesregierung oder des Koalitionsausschusses in die richtige Richtung gehen.

00:34:16: Das isst ein wichtiger erster Schritt.

00:34:20: bekanntlich muss auf den ersten,

00:34:22: zweiten,

00:34:23: dritter Folgen und so.

00:34:25: Aber es geht jetzt in die richtige Richtung.

00:34:27: Und ich glaube, dass wir in Deutschland und Europa nochmal – das kann man in diesem Zusammenhängen überhaupt nicht trennen, wenn man eine Rolle spielen will!

00:34:36: dass wir insgesamt wesentlich bessere Voraussetzungen haben, Europa deutlich stärker ist als viele Leute glauben.

00:34:43: Das müssen wir nutzen.

00:34:45: das heißt aber auch in den Köpfen muss sich was ändern weg von dieser.

00:34:50: Wir haben nur Probleme und Schwierigkeiten hinzu Zuversicht Begeisterung.

00:34:55: Wir haben eine gute Zukunft vor uns Und wir sind auch verpflichtet.

00:35:01: Also ich denke, wir können unsere Zukunft gut gestalten.

00:35:08: Wir müssen es dann aber auch wollen!

00:35:10: Wie interessant ist in Deutschland?

00:35:12: Wie interessant isst denn Europa für chinesische Unternehmen?

00:35:15: Wenn wir das Ganze jetzt mal umdrehen... Auch chinesischen Unternehmen wollen ja in Europa und vielleicht auch in Deutschland investieren.

00:35:21: Spielt Deutschland da eine Rolle?

00:35:23: Von den Zahlen und von den Communities her betrachtet spielt Deutschland eine Rolle in Europa Gemeinsam mit, beispielsweise Spanien.

00:35:32: Beispielsweise Italien, beispielsweise Großbritannien.

00:35:34: Das sind unterschiedliche Felder und in Deutschland ist unverändert Industrie von der handwerklichen bis zu industriellen Wertschöpfung das produzierende Gewerbe, das Wissenschafts- und Innovationssystem für Chinesen interessant.

00:35:51: Und zwar von der höchst problematischen Seite der Spionage bis hin zu der äußerst fruchtbaren Seite, nämlich einer fairen Kooperation.

00:36:01: Das ist eine lustige Geschichte.

00:36:02: Und zwar einer meiner Kollegen aus einem der neuen Bundesländer hat, weil er so stolz auf seine mittelständischen wirklich sehr innovativen Unternehmen war mal ein Broschüre gemacht wo die ganzen wirklich sehr innovative mittelstädtischen Unternehmen drin waren und das haben die Chinesen dann als so ne Art Einkaufskatalog genommen und haben danach eine Firma nach der anderen gekauft.

00:36:24: also deswegen wir hier deshalb nicht machen.

00:36:26: aber was ich wichtig finde es Wir haben zum Beispiel das Rheinische Revier direkt hier vor der Tür.

00:36:31: Das ist eine der Zukunftsregionen und wir müssen das auch öffnen, dass sich da chinesische Unternehmen ansiedeln.

00:36:37: also warum dann nicht auch mal ein chinesischen Auto Mobilhersteller ansiedelt ohne einen Batteriefabrik damit wir auch das noch im Land haben?

00:36:46: und ja, dass wir die Arbeitskräfte haben und auch die Wertschöpfung.

00:36:51: Also

00:36:51: ein sehr wichtiger Punkt!

00:36:53: Da können wir nämlich was von den Chinesen lernen.

00:36:55: Die haben immer gesagt Was Investitionen angeht, haben wir ganz klare Maßstäbe und deswegen gibt es auch nur gewissermaßen Listen.

00:37:02: Eine Negativliste ausländische Investition sind verboten.

00:37:05: mit Positivliste Ausländischen Investitions in der Wünsche oder zwischen ist ein grauer Raum irgendwas so Warum wir hier mit dem BAFA bei jeder Investition oder bei fast jeder irgendwelche bürokratischen Prüfverfahren machen und dann versuchen, da Bescheide zu erstellen?

00:37:23: Und dann möglicherweise Rechtswege zu eröffnen usw.

00:37:26: Kann man alles machen.

00:37:28: aber ich würde sagen lass uns von China lernen!

00:37:30: Wir machen das auch.

00:37:31: also.

00:37:32: Und dann gegenseitigkeit.

00:37:34: Ihr wollt hier so wie wir das in China gemacht haben, typisches Beispiel der Automobilindustrie?

00:37:39: Wir wollen die Autos verkaufen also werden wir sie dort produzieren und zwar gemeinsam mit chinesischen Partnern.

00:37:45: Ja bitte schön ich habe nichts dagegen dass ein chinesisches Unternehmen beispielsweise Batterien in Europa herstellt sich an die europäische Automobil Industrie verkauft.

00:37:54: auch gerne auch andere aber bitteschön im Rahmen von Adventure und Technologietransfer.

00:38:00: Also Gegenseitigkeit wäre ein ganz gutes Prinzip.

00:38:04: Und wie gesagt, wenn wir uns geschmeichelt gefühlt haben dass die chinesischen Unternehmer und andere zwanzig dreißig Jahre lang gesagt haben Wir wollen von euch lernen dann können wir das jetzt mal im Spiegel betrachten umdrehen und sagen ja wir wollen auch von euch Lernen lass uns gegenseitig lernen.

00:38:20: da

00:38:21: sind wir schon bei Blick in die Zukunft.

00:38:24: Damit wollen wir schließen mit zwei Abschlussfragen, die natürlich auch so ein bisschen eine Spekulation sind.

00:38:29: Na klar weil keiner weiß was in der Zukunft kommt.

00:38:31: aber Rudolf wie entwickelt sich denn China?

00:38:34: In den nächsten Jahren schrägstrich Jahrzehnten aus deiner Sicht

00:38:38: berechenbar und vernünftig wenn sie Balance weiterhin hinkriegen zwischen gesellschaftlichen Bedürfnissen und politischem System.

00:38:52: Das ist zum Teil spannungsreicher, als das von hier aus wahrgenommen wird.

00:38:57: Aber insgesamt – von Deutschland und Europa aus betrachtet – ist China ein wichtiger Partner im bilateralen wie im globalen Verständnis?

00:39:06: Und ist China dann?

00:39:07: um die Frage vom Anfang dieser Folge aufzugreifen, ist China eine Chance oder ein Risiko?

00:39:16: Die Antwort hört sich banal an, ist es aber nicht.

00:39:20: Wer die Risiken kennt und beherrscht kann die Chancen erschließen.

00:39:24: Nicole.

00:39:24: Ja sehr gutes Schlusswort kann ich dazu sagen.

00:39:27: nein!

00:39:28: Es ist natürlich für deutsche Unternehmen weites, aber wenn man gut vorbereitet ist und wenn man den Markt kennt und ja auch die Eigenheiten des Marktes kennt dann ist das natürlich eine Chance.

00:39:41: Dankeschön Für diese Runde, die ich gucke auf die Uhr fast vierzig Minuten heute gedauert hat.

00:39:45: Aber es waren sehr, sehr interessante und unterhaltsame vierzig minuten.

00:39:49: wir sagen Dankeschön Rudolf Schabel für den Besuch und für die Expertise.

00:39:52: Danke schön Nicole!

00:39:54: Und euch dankeschön fürs Zuschauen.

00:39:56: Diese besondere Folge hat jetzt ein Ende und wir freuen uns auf die nächste.

00:40:00: Da seid ihr sicherlich wieder mit dabei bei der Stimme der Wirtschaft.

00:40:02: Tschüss!

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